Die biologische Uhr tickt

Die biologische Uhr tickt

Alle wollen Alzheimer und Demenz heilen, Herz-Kreislaufprobleme beseitigen.

In vielen Laboren wird nach der Wunderpille geforscht, bisher aber ohne Erfolg. Oft werden Antidepressiva oder Beruhigungsmittel verabreicht, aber gegen Alzheimer wirkt gar nichts! Einige Medikamente halten lediglich verschiedene Symptome im Zaum. Eine Zeit lang jedenfalls.


Stellt sich mir die Frage, wissen denn wirklich noch so wenige, dass unsere Muskeln der allerwichtigste Schutzfaktor gegen das Pflegeheim sind?

In dem Sonderdruck der GEO, „Die Kraft der Muskeln“, über neueste Erkenntnisse der Muskelforschung, wird aufgezeigt welche Bedeutung das Muskeltraining für die Gesundheit hat. Man muss die Vorher-Nacher-Bilder von Zellkulturen gesehen haben, um es zu glauben. Zwei Wochen nur, und aus einer einsamen Muskelfaser ist ein ganzes Bündel geworden.

Die Botschaft lautet: Lose it, or use it, benutze deine Muskeln oder verlier sie! Drei Wochen Bettruhe haben einen ähnlichen Effekt wie 20 Jahre gealtert.

 

Wir stehen vor einem Jahrzehnt des Muskels, sagen Sportwissenschaftler. Mag ja spaß machen, durch den Park zu joggen, aber es reicht nicht. Im Fitness-Studio wachsen Muskeln, nicht beim Joggen! Durch das Ausdauertraining kräftigt sich der Herzmuskel, weiten sich die Blutgefäße, verbessert sich die Durchblutung, auch wichtig, na klar. Aber wer Muskeln aufbaut, der vermehrt auch seine Botenstoffe. Deren Befehle durchpulsen den Körper rund um die Uhr. Kräftige, starke Muskeln sorgen dafür, dass zuviel Zucker und Fett auch dann verschwinden, wenn wir faul vor dem Fernseher auf dem Sofa liegen.

Es ist, laut Bente Pedersen, Direktorin des Kopenhagener Zentrums für Entzündung und Stoffwechsel, als würden Muskeln andere Organe ermutigen, das nachzuahmen, was Muskeln selbst am besten können: Energie verbrennen.

 

Ein weiterer wichtiger Grund für das Krafttraining ist folgender- unsere Muskeln schrumpfen wenn wir älter werden. Wenn wir nichts dagegen tun! Alle zehn Jahre um zehn Prozent, so die Faustformel. Dabei könnten viel weniger Stürze und Oberschenkelbrüche gezählt werden, viel weniger Menschen mit Rollator unterwegs sein und letztlich auf fremde Hilfe angewiesen sein.

 

Das Risiko, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken sinkt um mehr als die Hälfte, wenn man trainiert. Dabei gilt, lieber etwas übergewichtig und fit, als dünn und untrainiert!

Fazit: Die biologische Uhr tickt…aber für einige einfach langsamer.

 

Jürgen Wegner                        Quelle: Geo Sonderdruck, die Kraft der Muskeln